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14.03.17 14:17 Alter: 76 days

Gauß-Schüler auf den Spuren der Berliner Politik


Bei strahlendem Sonnenschein ging es für den Debattierklub des Gauß-Gymnasiums Worms unter der Leitung von Sandra Hiltenbrand und Timo Wesp zur Studienfahrt nach Berlin. Ziel der Fahrt war es, den Schü lerinnen und Schülern das politische Berlin mit Besuch des Deutschen Bundestages, der rheinland-pfälzischen Landesvertretung und des Kanzleramtes näherzubringen und an einem Planspiel im Deutschen Dom teilzunehmen. Der Debattierklub ist eine Arbeitsgemeinschaft am Gauß-Gymnasium, der jeden Freitagnachmittag mit großem Engagement der Schüler gesellschaftpolitische Fragestellungen diskutiert und debattiert.

Bereits zu Beginn der Fahrt stand mit dem Besuch des Deutschen Doms und der aktiven Teilnahme an dem Planspiel für die Schüler ein Höhepunkt an. Hier konnten sich die Jugendlichen in die Rolle der Abgeordneten des Deutschen Bundestages hineinversetzen und eine Rede vor dem Parlament halten. „Es war schon beeindruckend, an einem echten Bundestagsrednerpult zu stehen und eine kurze Rede zu halten. Das ist ganz anders als in der Schule und hat mir Freude bereitet", äußerte sich die Gauß-Schülerin Julia Decker. Im Anschluss stand für die Schüler der Besuch des Deutschen Bundestages an. Hierzu hatte der Wormser Bundestagsabgeordnete Jan Metzler die Gauß-Schüler eingeladen. „Es war schön, dass unsere Schüler die Chance hatten, den Bundestag mit Plenardebatte zu besuchen und Jan Metzler vielfältige Fragen über seine Arbeit im Parlament zu stellen. Wir sind Herrn Metzler auch dankbar, dass er sich die Zeit genommen hat und die Fahrt unterstützt hat", freuen sich die beiden Lehrer Sandra Hiltenbrand und Timo Wesp. Im Anschluss an das Abgeordnetengespräch hatten die Schüler die Gelegenheit, an einer Plenardebatte des Bundestages teilzunehmen. „In der Schule lernt man die Theorie der Politik, aber es ist etwas ganz anderes live eine Debatte zu verfolgen", sagte die Schülerin Alicia Kundel. Mit dem Besuch des ehemaligen Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen, des Mauermuseums und der Gedenkstätte Bernauer Straße wurden die Schüler auch mit der DDR-Vergangenheit konfrontiert und dafür sensibilisiert, dass es um Grundrechte wie Freiheit und freie Meinungsäußerung zu kämpfen gilt und diese nicht selbstverständlich sind. Besonders emotional bewegend war dabei, dass die Führung in der Gedenkstätte Hohenschönhausen von einem ehemaligen Gefangenen durchgeführt wurde. „Es war auf alle Fälle sehr beeindruckend, dass wir die Chance hatten, von einem Zeitzeugen geführt zu werden und es ist wichtig zu wissen wie erniedrigend die Häftlinge behandelt wurden", sagte Schüler Florian Hirsch. 

Neben den Museen und Gedenkstätten bot die Berliner Schaubühne einer Gruppe literarisch interessierter Schüler einen weiteren Zugang zu den Themen „Mauerbau“ und „geteiltes Berlin“. Das dort inszenierte Stück „Der geteilte Himmel“ von Christa Wolf ließ nicht nur bisherige Berlin-Eindrücke wiederaufleben, sondern regte die Jugendlichen zur Entwicklung sowie Diskussion zahlreicher Deutungsansätze an.

Einen weiteren Höhepunkt der Berlin-Fahrt stellte laut den Jugendlichen der Besuch des Bundeskanzleramtes dar. Die Schüler hatten die seltene Gelegenheit, die Regierungszentrale von innen zu sehen und direkt den Bankettsaal und den Kabinettsaal zu betreten sowie auf dem Balkon im Kanzleramt zu stehen. „Über die Hälfte der teilnehmenden Schüler war vorher noch nicht in Berlin, so dass es uns als Lehrkräften sehr wichtig war, die Schüler mit den politischen Prozessen und historischen Ereignissen in Berlin zu konfrontieren. Hier ist politische Bildungsarbeit enorm wichtig. Deshalb möchten wir uns nochmals bei Herrn Metzler für seine Unterstützung bedanken“, äußerten sich Sandra Hiltenbrand und Timo Wesp zufrieden über die gelungene Fahrt.