Gauß-Gymnasium Worms
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Erdkunde

Veranstaltung zum Wormser Mobilitätskonzept

Wie schaffen wir die Verkehrswende in Worms?

Der Verkehr in der (Innen-)Stadt geht uns alle an. Folglich ist die angestrebte Verkehrswende in Worms auch ein Thema für und in der Schule. Die Leistungskurse der MSS 12 beschäftigten sich im Unterricht im Allgemeinen mit Verkehrskonzepten und -modellen und spezifisch mit den aktuellen Entwicklungen in Worms. Fahrradstraße, Krankenhaustangente oder auch autofreie Innenstadt sind thematisiert worden. Für die Veranstaltung am 06.02.2020 mit Prof. Monheim in der Aula kreierte der Leistungskurs von Herrn Kampik in Kooperation mit den Erdkunde-Leistungskursen des Rudi-Stephan-Gymnasiums eigene kleine Forschungsprojekte, die dann mit Plakaten oder digitalen Präsentationen einem breiten Publikum vor Veranstaltungsbeginn präsentiert wurden. Umfragen in der Schule oder in der Innenstadt wurden geplant, durchgeführt, ausgewertet und interpretiert. Eigene Ideen und Vorstellungen, beispielsweise zur Verbesserung des Verkehrs am BIZ, welcher jeden Morgen kurz vor Schulbeginn seinen Höhepunkt erreicht, wurden ebenfalls entwickelt.

Der informative und kontroverse Impulsvortrag von Prof. Monheim sowie die sich anschließende Diskussion wurde am nächsten Tag im Unterricht reflektiert. Das Fazit der Schüler fiel zwiegespalten aus: Es wurden viele Vorschläge unterbreitet und Lösungen anderer Städte präsentiert, doch konkret für Worms konnte noch kein praktikables Konzept aufgezeigt werden. So bleibt abzuwarten, wie schnell die Verkehrswende in Worms eingeleitet wird.

 

Die Berichterstattung in der Wormser Zeitung (07.02.2020)

Erdkunde Leistungskurs 12 auf den Spuren der Römer

Römertor, Römisches Theater, ein Hypokaustum sowie viele weitere Hinweise entdeckte der Erdkunde Leistungskurs von Herr Kampik auf der Exkursion in Mainz. Zum Abschluss der Unterrichtsreihe zur Siedlungs- und Stadtgeographie wurden exemplarische Standorte angelaufen und das Offensichtliche sowie das weniger Offensichtliche gesucht.

Modelle, Karten und Grafiken können theoretisch im Klassensaal besprochen werden. Doch eine Karte zu lesen und eine Gruppe zu verschiedenen Standorten durch eine gegebenenfalls unbekannte Stadt zu führen, das kann ausschließlich im realen Raum erlebt und erprobt werden. Das Vaubansche Verteidigungssystem wirkt in der Zitadelle Mainz selbstverständlich deutlich imposanter als auf einer Karte. Die Ausgrabungsstätte am Bahnhof „Römisches Theater“ oder die Überreste des Hypokaustum (eine Fußbodenheizung aus der römischen Antike) sind vermutlich vielen Mainzern nicht bekannt bzw. werden nicht wahrgenommen. An jeder Station hörten sich die SchülerInnen eine vom Geographischen Institut der Universität Mainz erarbeitete Audiodatei an, mit der sie die wichtigsten Informationen und Hintergründe zum jeweiligen Standort erhielten. Im Anschluss nahmen sie einen Perspektivwechsel vor, bei dem sie ein Foto des Standortes aus einem besonderen Blickwinkel machten. Zum Beispiel zeigt das erste Bild die Symbiose von historischen Funden und der vorbeifahrenden Straßenbahn, als Zeichen der Moderne. Weiterhin wurde eine Impuls-Aufgabe erledigt, die in der Regel eine geographische Arbeitsmethode, wie beispielsweise eine Kartierung, verlangte. Dass nicht ausschließlich die Römer ihre Spuren in Mainz hinterließen, zeigte sich den ExkursionsteilnehmerInnen spätestens an einem Ausschnitt der mittelalterlichen Mauer in der Hinteren Bleiche in der Mainzer Neustadt. Exemplarisch sei hier die Impulsaufgabe genannt, bei der die KursteilnehmerInnen als Stadtplaner agieren und den Bereich vor der mittelalterlichen Stadtmauer kreativ umgestalten sollten.

Eine Reflektion fand noch in Mainz mit einem wärmenden Getränk auf dem Weihnachtsmarkt unterhalb des Domes statt. Ein Ergebnis: Alle wissen bei zukünftigen Besuchen unserer Landeshauptstadt, wie sie sich mithilfe der blauen und roten Straßenschilder orientieren können.

[Christoph Kampik]

Exkursion des Erdkunde Leistungskurses in das Südzuckerwerk Offstein

Am Montag den 18.11.2019 besuchte der Erdkunde-Leistungskurs der MSS 12 des Gauß-Gymnasiums Worms unter der Leitung von Herr Kampik im Rahmen ihres aktuellen Unterrichtsthemas „Industrie“ das Werk des Zuckerherstellers Südzucker in Offstein.

Der Betrieb wurde im Jahr 1884 gegründet. Aktuell arbeiten dort ca. 608 Mitarbeiter (Stand 01.09.19) in unterschiedlichen Bereichen. Nach einer kurzen Einführung zum Werk im Allgemeinen wurden die Schüler durch das Werk geführt und haben den Prozess der Zuckerherstellung hautnah miterlebt. Die Zuckerherstellung lässt sich in vier größere Schritte einteilen. Im ersten Schritt, der Saftgewinnung, werden die zuvor ausgeladenen und gewaschenen Rüben zu Schnitzeln zerkleinert, die danach im Extraktionsturm in heißes Wasser gelangen. Dort löst sich der Zucker aus der Rübe und es entsteht ein Rohsaft. Im zweiten Schritt, der Saftreinigung, wird dem Rohsaft Kalk und Kohlensäure zugesetzt, die Nichtzuckerstoffe binden, wodurch ein klarer zuckerhaltiger Dünnsaft entsteht. Im dritten Arbeitsschritt wird der zuvor gewonnene Dünnsaft durch Erhitzung eingedickt. Es entsteht ein Dicksaft mit einem Zuckergehalt von 67 Prozent. Diesen Schritt nennt man Safteindampfung. Bei der Kristallisation des Dicksaftes, dem letzten der vier Schritte, wird dem Dicksaft Kalkmilch zugesetzt, bis sich Zuckerkristalle bilden, die danach in Zentrifugen geschleudert werden, um Sirupreste und Kristalle voneinander zu trennen. Somit entstehen Zuckerkristalle, die je nach Belieben verarbeitet werden können.

Bei der Südzucker AG wird besonders großen Wert auf nachhaltiges Wirtschaften gelegt. Zunächst werden die bei der Saftgewinnung entstehenden Rübenschnitzel nicht weggeworfen, sondern zu Tierfutter weiterverarbeitet. Des Weiteren wird das verbrauchte Wasser zum Reinigen der gelieferten Rüben wiederverwendet und die Felder zum Anbau dieser jährlich gewechselt, um den Boden nicht auszulaugen. Durch eine sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung wird auf einen möglichst effizienten Energieeinsatz geachtet und die Abfallproduktion so gering wie möglich gehalten.

Die Südzucker-AG hat außer dem Segment Zucker noch drei weitere Segmente. Diese wären „Spezialitäten“, „Bioethanol“ und das Segment „Frucht“, bei dem unter anderem auch Fruchtkonzentrate hergestellt werden. Zuckerpäckchen in haushaltsüblichen Mengen wie Gelier-     oder Vanillezucker, wie man sie in Supermärkten findet, werden jedoch nicht im Werk Offstein produziert worden. Das Werk produziert hauptsächlich für Großabnehmer, die Zucker in größeren Mengen benötigen. Südzucker ist außerdem ein Ausbildungsunternehmen und bietet in Offstein Ausbildungen zum/zur Elektrotechniker/-in, Industriekaufmann/-frau, Industriemechaniker/-in und zum/zur Chemie-laborant/in an. Die Schüler und Schülerinnen fanden den Einblick in solch ein Industrieunternehmen sehr interessant und aufschlussreich. Nach einem gemeinsamen Mittagessen und ausgestattet mit einer Goody Bag endet der Tag bei Südzucker im Werk Offstein.

Ein Bericht von Katharina Bitsch